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Blue Zone · Italien

Sardinien

In den Bergdörfern der Ogliastra leben Männer so lange wie Frauen, was fast nirgendwo sonst vorkommt. Die Gründe sind steile Pfade, Ziegenmilch, ein Glas dunkler Wein und eine Familie, die nie loslässt.

Longevity-Index 84 · Ogliastra und Barbagia · Blue Zone

Die sardische Blue Zone ist ein Kranz von Dörfern im Osten der Insel: Villagrande Strisaili, Arzana, Talana, Baunei, Urzulei, Seulo. Hirten gehen noch immer acht Kilometer am Tag über Hänge, die anderswo als Training gelten würden. Das Essen ist Bauernküche: Sauerteig-Fladenbrot, Pecorino und Ziegenkäse, Saubohnen, Kichererbsen, Fenchel, Tomaten, Olivenöl und ein oder zwei kleine Gläser Cannonau, ein Rotwein mit ungewöhnlich vielen Polyphenolen.

Das Dorf ist die Medizin. Großeltern leben mit ihren Familien, werden gebraucht und um Rat gefragt. Gelacht wird laut. Reisende spüren es am ersten Tag: die Bar am Platz, die Einladung an einen Tisch, der Spaziergang, den alle nach dem Essen machen. Dazu die Hochebene des Supramonte, die Schlucht Gola su Gorropu und die Strände Cala Goloritzé und Cala Mariolu, die man zu Fuß oder per Boot erreicht und die zu den schönsten Europas gehören.

Komm im Mai, Juni, September oder Oktober. Geh jeden Tag, iss, was das Dorf isst, setz dich zu den alten Männern und hetz keine Mahlzeit. Den Rest erledigt die Insel.

Das Longevity-Profil

NaturEssenBewegungRuheGemeinschaftKlimaVersorgung
Beste Monate
Mai · Jun · Sep · Okt
Ideale Dauer
7 bis 10 Tage
Budget
€€€€
Nacht ab
130 €

Signatur-Ritual: Ein kleines Glas Cannonau zu einem langen Mittagessen, und danach ein Weg bergauf.

Ein Tag in Sardinien

Vom ersten bis zum letzten Licht.

  1. 06:00
    Erst bergauf

    Der Dorfpfad oberhalb von Baunei vor der Hitze. Die Hirten sind schon unterwegs; sag buongiorno.

  2. 08:00
    Frühstück

    Pane carasau, ein Stück Pecorino, Aprikosen, Kaffee. Klein, denn das Mittagessen kommt.

  3. 10:00
    Supramonte

    Drei Stunden auf der Kalkhochebene oder hinunter in die Gola su Gorropu, eine der tiefsten Schluchten Europas.

  4. 13:00
    Der lange Tisch

    Minestrone mit Saubohnen, Culurgiones, an Festtagen Lamm, ein Glas Cannonau. Niemand schaut auf die Uhr.

  5. 15:00
    Ruhe

    Das Dorf schließt. Du auch.

  6. 17:00
    Zum Meer

    Der Abstieg zur Cala Goloritzé zu Fuß, ein Bad in Wasser wie Glas, und der Aufstieg vor Sonnenuntergang.

  7. 20:00
    Abendessen am Platz

    Gegrilltes Gemüse, Käse, Brot, die Nachbarn. Um elf ins Bett.

Gut zu wissen

Tipps für Sardinien.

  • Wohn in den Dörfern (Baunei, Urzulei, Villagrande) statt in den Küstenresorts; die Blue Zone liegt in den Bergen, die Tische auch.
  • Du brauchst ein Auto und ruhige Nerven auf Bergstraßen. Die Strecken sind kurz, die Fahrten nicht.
  • Die berühmten Strände des Golfo di Orosei erreicht man per Boot ab Santa Maria Navarrese oder über ernsthafte Wanderungen; beides lohnt sich.
  • Cannonau wird in kleinen Gläsern zum Essen getrunken, nie als Abendgewohnheit. Kopier das, nicht das Klischee.
  • September ist der beste Moment: warmes Meer, leere Wege, Weinlese und die ersten Pilze.

Häufige Fragen

Wo genau liegt die sardische Blue Zone?

Im gebirgigen Osten der Insel, in den Regionen Ogliastra und Barbagia um Villagrande Strisaili, Arzana, Talana, Baunei, Urzulei und Seulo.

Warum leben sardische Männer so lange?

Forscher nennen tägliches Gehen im steilen Gelände, eine pflanzenreiche Bauernküche mit Ziegen- und Schafmilch, maßvollen Rotwein zum Essen, enge Familienbande und eine Kultur, die Ältere aktiv und geachtet hält.

Muss ich gut wandern können?

Nein. Die Dörfer selbst sind hügelig genug für ein tägliches Training. Schlucht- und Strandwanderungen sind optional und lassen sich durch Bootstouren ersetzen.