Die Clinique La Prairie hat ihre Ästhetikabteilung in Montreux als medizinische Plattform für die Gesundheitsspanne der Haut neu eröffnet. Was sich für Gäste ändert, die wegen der Langlebigkeit kommen.
Longevity-Medizin beginnt meist unter der Oberfläche, bei Blutwerten, Herzratenvariabilität und Schlaf. Die Clinique La Prairie überträgt dieses Denken nun auf das Organ, das alle sehen. In Montreux hat die Schweizer Institution ihr neu gestaltetes Advanced Skin Science & Regenerative Aesthetic Center eröffnet. Es ersetzt das bisherige Aesthetic Surgery & Medicine Center und folgt einem einzigen klinischen Zweck, den die Klinik amplified skin healthspan nennt: die Jahre zu verlängern, in denen die Haut biologisch funktionsfähig, strukturell belastbar und sichtbar vital bleibt.
Von der Zelltherapie zur Hautwissenschaft
Die Idee hat eine lange Vorgeschichte. Seit 1931 wurzelt die Clinique La Prairie in der Zelltherapie, dem Ansatz, der ihre medizinische Identität und ihren Ruf in der Regeneration geprägt hat. Fast ein Jahrhundert später übersetzt das neue Zentrum dieses Erbe in Hautwissenschaft. Zellvitalität, Gewebequalität und ästhetisches Ergebnis gelten dort als Teile desselben Longevity-Kontinuums, nicht als getrennte Wünsche.
Dahinter steht ein Grundsatz, den die Klinik klar formuliert: Bewahren wirkt stärker als Retten. Die Gesichtsalterung verläuft gleichzeitig in vier Schichten, im knöchernen Gesichtsschädel, in der Gesichtsmuskulatur, in den Fettkompartimenten unter der Haut und in der Haut selbst, und die molekularen Schäden sammeln sich lange an, bevor etwas sichtbar wird. Wer früh handelt, so die Begründung, erreicht natürlichere und haltbarere Ergebnisse mit weniger invasiven Mitteln. Das erklärte Ziel ist ein Gesicht, das nach sich selbst aussieht, nur gesünder.

Acht Disziplinen, ein Weg
Statt einer Behandlungskarte arbeitet das Zentrum als das, was die Clinique La Prairie eine multidimensionale Plattform für Haut-Longevity nennt. Acht klinische Bausteine stehen unter einer gemeinsamen ärztlichen Leitung: Dermatologie als medizinisches Fundament, erweiterte Diagnostik für einen biologischen Ausgangswert, molekulares Screening des biologischen Hautalters, objektive Bildgebung im Zeitverlauf, ästhetische Medizin, zurückhaltend eingesetzte ästhetische Chirurgie, regenerative Eingriffe und die Optimierung des Lebensstils. Sie folgen einem einzigen Ablauf: untersuchen, begleiten, behandeln, nachsorgen. Die Versorgung gliedert sich in drei Dimensionen, Prävention, Erhalt und Verstärkung.
Fortschritt wird gemessen statt geschätzt. LifeViz-3D-Bildgebung dokumentiert Volumen, Kontur und Textur des Gesichts im Zeitverlauf, FotoFinder unterstützt die Kontrolle der Hautgesundheit, das Mapping von Muttermalen und die Früherkennung sich verändernder Läsionen. Zu den renovierten Räumen gehören private Beratungszimmer, hauseigene Operationssäle nach höchsten Schweizer Medizinstandards und eigene Erholungssuiten nach Eingriffen.
Eigene Zellen statt Filler
Das markanteste Angebot ist das CLP Stem Cell Protocol with Autologous Aesthetic Application. Es nutzt die körpereigenen Zellen, um Hautdichte, Kollagenstruktur und Regenerationsfähigkeit von innen wiederherzustellen. Wo Volumen fehlt, setzt die Klinik auf autologes Nanofett statt auf dichte synthetische Filler. Ein entzündungshemmendes Ernährungsprotokoll und ein präzises Programm mit Nahrungsergänzung setzen bei den Ursachen der Hautalterung im ganzen Körper an.

Neu im Team
Neu im Zentrum ist PD Dr. Michael Benzaquen, Dermatologe mit Schwerpunkt dermatologische Chirurgie. Seit 2019 arbeitet er am Inselspital, dem Universitätsspital Bern, wo er die dermatologische Chirurgie leitet, und er hat mehr als 40 internationale wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht. Er ergänzt ein Team mit Dr. Smarrito und Dr. Gandolfi aus der ästhetischen Chirurgie und Dr. Parzin aus der ästhetischen Medizin. Tulay Ulutas, Chief Medical Operations Officer, beschreibt das Ziel als Verbindung von „ästhetischer Exzellenz mit der Wissenschaft der Langlebigkeit“.
Was das für einen Longevity-Aufenthalt bedeutet
Für Reisende, die ohnehin für einen Check-up oder eine Longevity-Woche nach Montreux kommen, wird die Haut damit zu einem weiteren messbaren Wert statt zu einer Nebensache. Unser Rat: die Haut behandeln wie jeden anderen Messwert. Zuerst einen Ausgangsbefund samt Bildgebung erheben lassen und die Nachkontrollen planen, bevor ein Eingriff vereinbart wird. Wer Kliniken vergleicht, findet in unserem Überblick über Longevity-Kliniken und Check-ups den typischen Ablauf solcher Aufenthalte, und der Beitrag zum Longevity-Check-up zeigt, welche Messungen überhaupt sinnvoll sind. Im Lauf des Jahres 2026 will die Klinik weitere Technologien der neuen Generation ergänzen.



